Art Fag
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,, Fangen wir noch einmal von vorne an“, flüsterte Bill mir ins Ohr. Ich wich ein Stück zurück. Sah in seine aufgeregt leuchtenden Augen.,, Danke“, sagte ich lächelnd und spürte eine Träne, die meine Wange hinunterkullerte. Doch diesmal aus Freude. Freude darüber, dass jetzt alles so perfekt schien. Das Bill mir verziehn hatte, dass er bereit war noch einmal von vorne zu beginnen. Das ich Chris vergessen konnte, dass er keine Bedrohung mehr darstellte. Man könnte jetzt meinen ich wäre naiv, dem Frieden zu trauen. Schließlich hatte Chris mir gedroht. Sprach von einem Nachspiel und so wie ich ihn nun kennenlernen musste wäre es auch nicht weit hergegriffen zu sagen, dass er seine Drohung wahr machen würde. Oh ja, ich war sehr wohl naiv. Doch im Moment genoss ich den Moment. Den Frieden. Was war falsch daran? ,, Alles in Ordnung?“, hörte ich Bill fragen und blickte zu ihm auf.,, Ja“, brachte ich mit brüchiger Stimme hervor und lächelte ihn an. Sah ihm tief in die braunen Augen, die mich ebenfalls ansahen. Wie er das schaffte wusste ich nicht, trotzdem gelang es ihm mich in den tiefen seiner geheimnisvollen, braunen Augen versinken zu lassen. Das sich unsere Gesichter immer näher kamen merkte ich zunächste nicht. War immer noch auf seine Augen fixiert. Bemerkte nicht, wie seine Hände tiefer glitten und meine Taille umfassten. Erst als sich unsere Lippen trafen kehrte ich in die Realität zurück, die noch traumhafter schien. Bill hauchte mir einen langen Kuss auf die Lippen. Als sich unsere Münder wieder trafen spürte ich seine Zunge über meine Lippen gleiten. Sie bat um Einlass, den ich ihr ohne zu zögern gewährte. Zarghaft berührten sich unsere Zungen. Keiner schien sich zu trauen weiter zu gehen, bis Bills Hände immer tiefer rutschten und sanft über meinen Po streiften. Das Eis brach. Aus dem zarghaften Kuss wurde ein heißes Gefecht. Ich übernahm das Steuer und spielte mit Bills Zunge. Zuvor wusste ich nicht wie es war jemanden mit einem Zungenpiercing zu küssen. Doch nun sah die Sache anders aus und ich genoss es. Ich legte eine Hand auf Bills Wange und schmiegte mich noch näher an ihn heran. Es war ein wunderschöner Moment und mir wäre es am liebsten gewesen mich nie wieder von Bill zu lösen. Doch dieser Moment sollte durch Toms und Gustavs stürmisches Betreten des Raumes ein Ende finden. ,, Habt ihr euch vetragen?“, hörte ich Gustav belustigt fragen. Bills Zunge verließ meinen Mund was ich nur widerwillig zuließ. Er löste sich langsam von mir und öffnete den Mund um Gustav zu antworten.,, Ja“, sagte er grinsend und schaute abwechselnd zu mir und seinem Bandkollegen. ,, Nicht zu übersehen“, kam es von Tom, der direkt hinter Gustav stand. ,, Wollt ihr nicht woanders hin?“, fragte Gustav. Bill blickte mich fragend an. Ich wusste genau was Gustav damit andeuten wollte, doch das ging eindeutig zu schnell. Bill hatte mir gerade eben erst verziehen und jetzt schon ... nein, das wollte ich noch nicht. ,, Nein, wir – wir bleiben hier“, stammelte ich und schaffte es zu einem Lächeln. ,, Ja, ich finde auch, dass wir bleiben sollten“, stimmte Bill nach einigen Sekunden zu. Das zeigte mir, dass er wohl derselben Meinung wie ich war und es langsam angehen wollte. Nun gut, von Langsam angehen konnte bis jetzt nicht die Rede sein. Schließlich hatten wir nach der halbherzigen Versöhnung sofort angefangen rumzumachen, aber das gehörte einfach dazu. Jetzt würde es ruhiger zugehen. Wenn da nur nicht diese körperliche Anziehungskraft zwischen uns wäre. Die Lust in mir, die eine ganz andere Sprache als mein Gehirn sprach, und für die nichts zu schnell gehen konnte. Die Lust, die gerade danach schrie das zu tun was Bill und mich wohl noch mehr zusammenschweißen würde. Doch es wäre falsch. Ich musste auf meinen Verstand hören. Es fiel schwer aber war wohl das Beste. ,, So!“, kam es von Gustav.,, Habt ihr Lust Monopoly zu spielen? Ich habe irre Lust Monopoly zu spielen. Lasst uns Monopoly spielen!“ Ich musste Lachen. Seine Versuche entstandenes Schweigen zu brechen waren jedes mal süß. ,, Also ich nicht“, sagte Tom gelangweilt. ,, Ich auch nicht“, quittierte auch Bill Gustavs Vorschlag. ,, Und du?“, fragte Gustav und schaute mich erwartungsvoll an.,, Ne, tut mir leid“, antwortete ich grinsend. ,, Was wollen wir dann machen?“, fragte Gustav erneut. ,, Ich muss jetzt gehen“, sagte Tom und begab sich zur Tür.,, Zu wem?“, fragte Bill.,, Du weißt schon“, grinste Tom, zog seine Schuhe an und war einige Sekunden später aus der Tür raus. ,, Zu wem geht er denn?“, hakte ich nach.,, Er hat eine Verabredung oder so“, antwortete Bill.,, War ja klar“, sagte ich und zog die Augenbrauen hoch. ,, Also Leute, was machen wir?“, kam es wieder von Gustav. Wieder tauschten ich und Bill fragende Blicke aus.,, Ich denke ich werde gehen. Willst du mit?“ Ich nickte. Ohne mir darüber Gedanken zu machen was Bill vorhatte. Ich vetraute ihm. ,, Okay. Dann gehen wir, denke ich“, stammelte Bill und winkte Gustav noch kurz zu. ,, Bis bald“, sagte ich und wir begaben uns zur Tür. ,, Natascha warte!“, rief Gustav.,, Deine Sachen. Willst du die nicht mitnehmen?“ ,, Stimmt. Gut das du das sagst.“ Hastig eilte ich die Treppe hoch um meinen ganzen Kram zu holen. Als ich wieder herunter kam war Bill gerade dabei meinen Koffer hinauszuschleppen, da dieser seinen Platz im Flur dadurch, dass er so schwer war, nicht verlassen hatte. ,, Ich helf dir“, sagte ich und hob den Koffer an der anderen Seite hoch.,, Danke für alles Gustav“, sagte ich als wir den Koffer vom oberen Ende der kleinen Treppe bis zum unteren geschleppt hatten. Ich stellte mich in die Tür und umarmte ihn herzhaft.,, Nichts zu danken“, sagte Gustav lächelnd. Wie war das nochmal mit diesem Langsam angehen? Nun ja, dieser Plan ging wohl entgültig flöten. Bill und ich machten uns auf den Weg zur Bushaltestelle. Aus einem unverständlichen Grund schwiegen wir, was mir sehr gelegen kam. Ich musste nachdenken, mir ausmalen was das alles zu beudeuten hatte. Doch dies schien unmöglich. Ein dichter Nebel in meinem Kopf hinderte mich daran klar zu sehen und das eine mit dem anderen zu verbinden. Das einzigste was ich sah war Bill, der mich anlächelte und Gefühle in mir hervorrief, die ich ganz am Anfang von Chris’ und meiner Beziehung gespürt hatte. Es war offensichtlich, da war mehr. Mehr als Lust, mehr als diese körperliche Anziehungskraft. Zwar schwirrte mir dieser Gedanke schon länger im Kopf herum aber nun konnte ich es genau sagen. Ich liebte ihn. Jetzt war es mir entgültig klar geworden.