Art Fag
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,, Verdammt rede endlich“, sagte Chris und wurde mit jedem Wort aggresiver. Ich sah ihn verständnislos an. Wollte etwas sagen, doch es kam kein Ton heraus. ,, Ich – ich weiß es nicht“, stammelte ich. Mein Herz schlug schneller, ich hatte Angst. Chris’ Nähe, seine Wut, die ich förmlich spüren konnte, das alles machte mir Angst. Seine Miene verhärtete sich und er starrte mich entsetzt an. Jetzt wusste ich, meine Antwort war die falsche. Zwar war es die Wahrheit, doch nicht das was Chris hören wollte. ,, Du musst doch wissen ob du mich liebst oder nicht!“, sagte er und ich merkte, dass er krampfhaft versuchte ruhig zu bleiben. ,, Chris“, setzte ich an und rückte näher an die Wand.,, Sag mir das du mich liebst“, knurrte er.,, Sag es!“, wiederholte er lauter. Ich zuckte zusammen. Wieso sagte ich nicht einfach, dass ich ihn liebte? Es wäre so einfach gewesen, es würde ihn beruhigen, doch ich wollte nicht lügen, nicht schon wieder. Chris starrte mich verständnislos an. In seinen Augen konnte ich immer noch die Wut lodern sehen. Sag es, hörte ich eine Stimme in meinem Kopf flüstern. Ich öffnete den Mund, war kurz davor es zu tun. Einfach zu lügen, ihm zu sagen, dass ich ihn liebte, doch da war sie wieder. Die Wortblockade, die es nicht zulies. ,, Natascha!“, hörte ich Chris zischen. Ich sah ihn unschlüssig an. Unfähig klar zu denken, mich zu bewegen oder gar etwas zu sagen. Im ersten Moment realisierte ich nicht einmal, dass Chris mich an beiden Armen packte und hinunter aufs Bett drückte, sodass ich mich zwanghaft hinlegte. ,, Chris!“, schrie ich als ich sein Gewicht auf mir spürte.,, Sag, dass du mich liebst!“, forderte er und presste mich fest aufs Bett.,, Bitte!“, krächzte ich verzweifelt.,,, Geh von mir runter!“ ,, Erst wenn du mir sagst, dass du mich liebst!“ ,, Geh runter!“ ,, Nein! Sag es!“ ,, Bitte!“, schrie ich und spürte eine Träne, die meine Wange hinunterkullerte. Dann passierte es. Chris löste einen Arm und stemmte ihn aufs Bett. Mit dem anderen holte er weit aus und dann wurde alles schwarz. Einige Momente lang verließ mich die Fähigkeit zu sehen, riechen oder hören. Das einzigste was ich wahrnahm war der heftige Schmerz, der sich von meinem Gesicht aus in meinem ganzen Körper verbreitete. ,, Sag es!“, hörte ich Chris wieder brüllen. ,, Nein!“, heulte ich als er wieder ausholte und mir einen weiteren Schlag verpasste. ,, Sag es!“ wiederholte er und beugte sich zu mir runter. Wir sahen uns in die Augen. Es war schrecklich. Sein Blick war kühl, wutentbrannt und nun wurde mir eins klar. Ich liebte ihn nicht. Das einzigste was ich jetzt noch für ihn empfand war Hass. Hass, gegen sein neues, aggresives Ich. Doch sagen konnte ich es ihm nicht, schließlich war ich nicht lebensmüde. Er würde solange auf mich einschlagen bis ihm endlich die Antwort liferte, auf die er wartete. ,, Ich – ich liebe dich!“, brachte ich mühevoll hervor und kniff aus Angst vor einem weiteren Schlag die Augen zusammen. ,, Geht doch“, sagte Chris und und ich spürte wie er sich wieder aufsetzte. Erleichtert öffnete ich die Augen. Merkwürdigerweise fühlte ich mich nun sicher, doch das erwies sich mehr als falsch. Es schockte mich als ich bemerkte, dass Chris gerade dabei war seine Hose aufzuknöpfen. ,, Nein“, murmelte ich verzweifelt. Chris grinste mich hämisch an.,, Du liebst mich doch. Also was ist falsch daran? Sowas macht man als Paar“, sagte er. ,, Nein, bitte. Nicht jetzt! Geh runter! Bitte geh runter!“, flehte ich und versuchte ihn von mir zu stoßen. Vergebens. Es war zu spät. Chris fuhr mit seinen Händen zärtlich meinen Bauch hinunter und hielt an meiner Hose, die er ohne zu zögern zu öffnen begann. ,, Nein!“, schrie ich verzweifelt. ,, Es wird dich keiner hören. Alle sind weg!“, sagte er und grinste triumphierend. Ich wusste, dass es keinen Ausweg gab. Er würde es tun, er würde mich vergewaltigen. Nachdem er damit fertig war meine Hose aufzuknöpfen, machte er sich auch an meinem Slip zu schaffen, den er brutal hinunterzog. ,, Chris!“, heulte ich verzweifelt. ,, Ach komm schon. Sonst gefällt dir das doch auch“, sagte Chris lässig und beugte sich wieder zu mir hinunter. Er presste seine Lippen auf meine und versuchte seine widerliche Zunge in meinen Mund zu stecken. Und das mit Erfolg. Schon nach einigen Sekunden, gab ich nach und öffnete den Mund. Was normalerweise ein wunderschönes Gefühl war kam mir nun wie der Horror schlecht hin vor. Chris’ Zunge durchfuhr meinen Mund und spielte mit meiner. Ich bekam das Gefühl brechen zu müssen, da er seine Zunge fast bis zu meinem Rachen steckte. Doch es sollte noch schlimmer kommen. Nachdem er sich von meinem Mund abgewand hatte fackelte er nicht lange und tat das wovor ich solche Angst gehabt hatte. Mich überkam eine Gänsehaut als er seine Boxershorts hinunterzog und sich wieder auf mich legte. Langsam hob er sich wieder und grinste mich böse an. Wie in Zeitlupe bewegte sich sein Unterleib wieder nach unten. Gleich würde es passieren und diesmal würde niemand kommen um mich zu retten. Niemand, der ihn abschrecken würde. Gewaltsam drang er in mich ein und ich spürte einen stechenden Schmerz, der meinen Körper durchfuhr. ,, Nein!“, schrie ich.,, Hör auf!“ Ich versuchte meine Arme aus Chris’ Gewalt zu befreien, doch jede Bemühung war umsonst. Ich war ihm ausgeliefert. Ich kniff meine Augen zusammen, versuchte den Schmerz, die Angst, den Hass zu verdrängen. Dachte an etwas anderes, an etwas Schöneres, dass mich alles vergessen lies. Doch es war vergebens. Ich spürte alles. Jede seiner Bewegungen. Den Schmerz, der durch meinen Körper fuhr. Ich schien zu verbrennen, der Schmerz schien mich innerlich aufzufressen. Dann war es vorbei. Ich hörte Chris’ erschöpftes Ein – und Ausatmen und öffnete langsam meine Augen. Er stieg langsam von mir hinunter und zog sich an. ,, Oh Gott!“, schrie ich verzweifelt und rappelte mich so schnell es nur ging auf. Eilig zog ich mich wieder an, rannte an meinem Peiniger vorbei, die Treppe hinunter und raus. ,, Warte!“, hörte ich Chris rufen und durch die Lautstärke wusste ich, dass er nicht weit sein konnte. Doch ich drehte mich nicht um, rannte immer weiter und weiter. Noch einige Mal hörte ich Chris nach mir rufen bis seine Stimme immer weiter weg zu seien schien und bald völlig verstummte. Erschöpft hielt ich an und lehnte mich an eine Straßenlaterne. Wie sollte es jetzt weitergehen? Was sollte ich nur tun? Zwischen den ganzen Fragen war mir eins klar, zurück konnte ich nicht mehr. Mit Chris hatte ich nun entgültig abgeschlossen. Für mich war er gestorben. Und ich war sicherlich keins dieser Mädchen, dass nachdem ihr Freund sie geschlagen und sogar vergewaltigt hat zu ihm zurückkehrt. Nein, so dumm war ich nicht. ,, Alles in Ordnung mit dir?“, hörte ich plötzlich eine Stimme hinter mir fragen und zuckte erschrocken zusammen. Als ich mich umdrehte blickte ich in ein bekanntes Gesicht und mir huschte ein Lächeln übers Gesicht. ,, Du bist es“, bemerkte ich. Der Junge mit den kurzen blonden Haaren lächelte mich freundlich an. Ich wusste nicht wie er hieß aber er war in Bill’s Band also hatte er sicher nichts im Schilde.,, Tut mir leid wenn ich frage aber wie- wie heißt du?“ ,, Gustav“, antwortete der Junge.,, Und du bist Natascha stimmts?“ ,, Ja die bin ich“, bestätigte ich und zwang mich zu einem weiteren Lächeln. ,, Alles in Ordnung?“, hakte Gustav nochmals nach. Mein Lächeln verschand und ich setzte eine ernst Miene auf. Ich weiß nicht warum, aber ich hatte das Gefühl ihm vertrauen zu können.,, Hat dir Bill gesagt wer ihn verprügelt hat?“, fragte ich. Gustav nickte. Ich hielt kurz inne, überlegte was ich sagen wollte und öffnete schließlich den Mund. ,, Er hat mich vergewaltigt“, brachte ich mit weinerlicher Stimme heraus.,, Was?“, fragte Gustav geschockt. Ich nickte hektisch und begann wieder zu weinen. Langsam kam ich mir vor wie ein Wasserfall. Ich konnte mich einfach nicht kontrollieren, was das Heulen anging. ,, Schon gut“, hörte ich Gustav sagen und spürte einige Sekunden später eine Hand auf meiner Schulter.,, Bill hasst mich“, schluchzte ich.,, Ich bin schuld, dass er so zugerichtet wurde. Ich hätte ihm von anfang an die Wahrheit sagen sollen! Ich bin an allem Schuld!“ ,, Er wird dir schon verzeihen. Lass ihm Zeit“, sagte Gustav beruhigend.,, Ich habe keine Zeit! Ich – ich weiß nicht mal wo ich hin soll. Zurück gehe ich sicher nicht. Ich muss wohl oder übel nach Hause und dann steht diese Sache für immer zwischen uns!“ Gustav legte die Stirn in Falten und schien zu überlegen.,, Du kannst auch bei mir übernachten. Meine Eltern sind im Urlaub, sie werden nicht das Problem sein“, schlug er begeistert vor.,, Wirklich? Das würdest für mich tun?“, hakte ich mit leuchetenden Augen nach.,, Aber sicher doch“, lachte Gustav. Glücklich breitete ich meine Arme aus und nahm Gustav in eine freundschaftliche Umarmung. Es war wirklich nett von ihm mich einfach bei sich übernachten zu lassen, gerade jetzt wo ich Hilfe brauchte. Okay, ich kannte ihn nocht nicht lange aber er gehörte zu Bill und das machte ihn schon sympatischer. ,, Wo wolltest du eigentlich hin?“, fragte Gustav nachdem wir uns voneinander lösten.,, Keine Ahnung. Weg. Einfach weg“, sagte ich.,, Also willst du gleich zu Bill, er ist schon wieder zu Hause. Die Ärzte sagen es ist nicht so schlimm.“ Ich schüttelte den Kopf.,, Nein“, sagte ich.,, Ich möchte zur Polizei.“ Gustav sah mich etwas perplex an, schien dann aber zu verstehen und lächelte. Ohne weiter zu zögern machten wir uns auf den Weg zum Polizeiamt von Magdeburg. Nach einem zwanzigminütigen Marsch kamen wir endlich an. Ich hielt noch einmal kurz inne. Gleich würde ich es tun. Gleich würde ich meinen Freund verraten. Wobei Freund die falsche Bezeichnung ist. Ex- Freund passte da schon besser. ,, Guten Tag“, sagte die Frau am Schalter und lächelte mich freundlich an. Doch ihr Lächeln verschwand als sie mein ernstes, mit Make Up verschmiertes Gesicht und die zerzausten Haare bemerkte. ,, Alles in Ordnung?“, hakte sie nach.,, Nein“, sagte ich und schüttelte denm Kopf. ,, Gestern wurde jemand verprügelt. Sein Name ist Bill. Bill ...“, ich stockte und warf Gustav einen fragenden Blick zu.,, Bill Kaulitz“, ergänzte dieser mich. ,, Ja wir sind gerade dabei die Täter ausfindig zu machen. Da uns der Junge aber nur einen Vornamen und eine wage Beschreibung geben konnte ist das nicht gerade einfach. Wisst ihr etwas?“, die Frau musterte uns fragend. ,, Ja“, antwortete ich und nickte. Die Frau, deren Name dem Namensschild nach Frau Mayer war, sah mich erwartungsvoll an. ,, Ich kenne einen dieser Täter. Er ist mein Freund. Naja Ex Freund.“ ,, Wie heißt er mit Nachnamen?“, fragte die Frau.,, Klein. Christian Klein“, antwortete ich. ,, Der Junge hat gesagt, dass da noch weitere dabei waren, kennen sie diese möglicherweise auch?“, fragte die Frau, nachdem sie meine Information auf einem Zettel notiert hatte. ,, Nein“, log ich. Was brachte es schon diesen Penner, der mich fast vergewaltigt hätte zu erwähnen, wenn Chris gefasst wurde, dann sicher auch er. ,, Na gut. Danke für deine Information. Ich denke das wird uns sehr weiterhelfen. Es gibt da nämlich noch diesen Fall von dem Sommerfest zu klären. Dort wurde ebenfalls ein Jugendlicher verprügelt. Möglicherweise besteht da ein Zusammenhang“, sagte die Frau. Ich hinterließ noch meinen Namen, sowie meine Handynummer und wir begaben uns nach draußen. Die Frau hatte versprochen, dass ich bei Neuigkeiten oder Fragen angerufen werde. Da war nur ein Problem. Mein Handy befand sich immer noch bei Chris. Alleine würde ich keinen Fuß in dieses Haus setzen, doch da Gustav dabei war sah die Sache schon anders aus. Schnell würde ich meine Sachen holen und verschwinden. Ganz einfach. Also machten wir uns auf den Weg. ,, Wieso hat er das getan?“, fragte Gustav nach einer Weile. Ich spürte seinen Blick, doch versuchte ihn zu meiden.,, Meinst du warum Chris mich vergewaltigt und geschlagen hat?“ Gustav nickte. ,, Er hat mich gefragt ob ich ihn liebe. Doch nach der ganzen Sache mit Bill, dass was er ihm angetan hat und so, das hat so einiges verändert. Es klingt zwar komisch aber die Liebe zu ihm ist dadurch immer mehr geschwunden. Also habe ich ihm die Wahrheit gesagt, dass ich es nicht weiß. Daraufhin ist er ausgerastet und hat mich geschlagen. Was hätte ich anderes tun sollen als ihm einfach das zu geben was er wollte? Also sagte ich, dass ich ihn liebte. Den Rest kennst du ja“, erzählte ich. ,, Hast du nie gemerkt, dass er SO ist?“ ,, Nein“, antwortete ich entrüstet.,, Früher war er nicht so. Er hat sich verändert. Er ist nicht mehr der Chris, den ich mal geliebt habe, nun ist er der Chris, den ich hasse.“ ,, Besteht keine Chance, dass du ihm verzeihst?“ ,, Nein. Ich habe mit ihm abgeschlossen.“ Den Rest des Weges liefen wir schweigend nebeneinander her. Kurz vor dem Haus blieben wir stehen. Zwar würde sich Chris sicher fragen wer Gustav war doch das interessierte mich nur wenig. Alleine würde ich da nicht reingehen. Sicher nicht. ,, Bist du bereit?“, fragte Gustav.,, Ja“, antwortete ich entschlossen und klingelte. Von oben hörte ich ein lautes ,, Ich komme!“ und wusste sofort, dass es Chris war. ,, Hallo!“, sagte er lächelnd, setzte beim Anblick von Gustav jedoch eine schockierte Miene auf. ,, Ich hole nur meine Sachen“, erklärte ich und wir liefen an ihm vorbei. ,, Was? Wieso? Wo willst du hin?“, fragte Chris und lief uns nach. ,, Weg. Weg von dir“, entgegnete ich und sah ihn verächtlich an. ,, Aber – aber, du kannst doch nicht, du –du“; stammelte er. ,, Und wie ich kann!“ ,, Natascha bitte! Lass uns reden!“ ,, Es gibt nichts mehr zu reden. Du hast mich vergewaltigt, ist dir das noch immer nicht klar?! Es ist aus!“, fuhr ich ihn an. Chris starrte mich entrüstet an.,, Ich habe dich nicht vergewaltigt, ich - wir – wir sind zusammen!“ ,, Nicht mehr“, sagte ich und holte meine Sachen aus dem Bad während Gustav meinen Koffer die Treppe hinunter trug. ,, Natascha sei doch vernünftig!“, flehte Chris und hampelte neben mir herum. ,, Das bin ich. Deswegen gehe ich jetzt“, sagte ich entschieden und verließ das Bad. Gustav stand schon unten. Eilig rannte ich die Treppe hinunter öffnete die Tür, damit Gustav den Koffer hinaustragen konnte. Am liebsten hätte ich nun „Astala vista Baby“ gesagt, doch irgendwie schien das nicht so ganz in die Situation zu passen. ,, Bye“, sagte ich kühl um wenigstens einen triumphierenden Moment zu haben, ging raus und schloss die Tür hinter mir. ,, Das ging doch ganz gut aus“, bemerkte Gustav grinsend. ,, Ich will ihn nie wieder sehen“, sagte ich und verdrehte die Augen. ,, Das wird ein Nachspiel haben!“, hörte ich plötzlich eine Stimme rufen. Perplex sah ich mich um bis ich Chris am Fenster erblickte. ,, Das hast du nicht umsonst getan!“, brüllte er. ,, Mist jetzt habe ich ihn wieder gesehen“, lachte ich. Nun fühlte ich mich sicher. Die Polizei wusste bescheid, ich schlief nicht mehr bei ihm zu Hause und im besten Falle würde er sehr bald bestraft werden. Seine Drohung nahm ich daher nicht ernst. Ein Fehler?