Art Fag
Gratis bloggen bei
myblog.de

 


Ich war nicht einer dieser Menschen, die einen Traum allzu ernst nahmen, böse Vorahnungen in ihm sahen oder ihn versuchten zu deuten. Nein das war ich gewiss nicht, doch dieser Traum war etwas anderes. Ich weiß so etwas sagen alle, aber er kam mir so real vor. Der Geruch der Blumen, das Donnern, die Schreie, es schien so wirklich. Aber das was mich am meisten schockte war die Tatsache, dass der Traum gar nicht so abwegig war. Dieser Typ wollte mich vergewaltigen und ich war mich ebenso sicher, dass er was mit der Prügelei zu tun hatte. Also hatte ich doch recht oder etwa nicht? ,, Natascha?“, hörte ich Chris sagen.,, Hey wach auf“, er tippte mir auf die Schulter doch ich regte mich nicht. Ich war zwar wach und konnte alles hören, doch meine Augen waren geschlossen und meine Gedanken woanders.,, Natascha!“, Chris wurde immer lauter was mich dazu zwang mit der Schauspielerei aufzuhören und die Augen zu öffnen.,, Was?“, brummte ich.,, Du bist eingeschlafen“, sagte Chris etwas eingeschüchtert.,, Scheiße jetzt habe ich verpasst dir beim Spielen zuzusehen“, entgegnete ich grimmig.,, Was ist denn mit dir?“,, Ach komm lass es“, sagte ich nur, drehte mich weg und schloss die Augen. Chris bemühte sich nicht länger um mich und spielte munter weiter, was zwar total unpassend war, da er sich als mein Freund mehr anstrengen müsste um mich aufzumuntern oder etwas aus mir auszuquetschen, aber nun ja, momentan war mir nicht nach einer Kuschelrunde. Es dauerte nicht lange bis ich wieder in den Halbschlaf fiel und schließlich ganz einnickte. Man träumt ja eigentlich immer etwas, egal ob man sich nach dem Aufwachen daran erinnern kann oder nicht, doch so ging es mir. Ich konnte mich nicht mehr daran erinnern was ich geträumt hatte, möglicherweise war das auch gut so. Der nächste Tag fing merkwürdigerweise sehr harmonisch an. Für einige Minuten hatte ich sogar vergessen was am vorherigen Tag passiert war, wurde durch einen blauen Fleck, den ich auf meinem Oberschenkel entdeckte jedoch wieder zurück in die Realität zurückgeholt. ,, Dieses Arschloch“, murmelte ich und betrachtete die Verletzung. Chris war natürlich schon aufgestanden. Ob er schon wieder irgendwo war wusste ich noch nicht. Da fiel es mir wieder ein. Er hatte mir noch immer nicht erzählt wo er gestern war und auch die anderen Fragen musste ich ihm noch stellen. Ich beschloss später ein Alles-Klärendes Gespräch mit ihm zu führen und hoppelte die Treppe herunter. ,, Hey!“, rief Chris als er mich auf der Treppe entdeckte, wandte sich von der Pfanne, in der sich Pfannkuchen befanden ab und begrüßte mich mit einem flüchtigen Kuss. ,, Hey“, sagte ich kühl und setzte mich an den bereits gedeckten Tisch. ,, Wo sind denn alle?“, fragte ich.,, Ach keine Ahnung. Die machen sicher irgendeinen Ausflug, wie immer halt“, antwortete Chris und kam mit einem großen Teller voller Pfannkuchen an den Tisch. ,, Lass es dir schmecken!“, sagte er fröhlich und setzte sich neben mich. Heute war er ja super drauf. Was sollte das? Wollte er mich weichklopfen oder war das soetwas wie eine Entschuldigung wegen gestern? ,, Danke“, ich schnappte mir einen Pfannkuchen und begann zu essen. Chris hatte sich richtig Mühe gegeben. Der Tisch war wirklich schön gedeckt und die Pfannkuchen waren einfach himmlisch lecker. Vielleicht wollte er einfach nur mal nett sein. ,, Das ist so lieb von dir“, sagte ich schließlich und schaffte es sogar zu lächeln.,, Das ist wegen gestern“, sagte Chris und warf mir ein liebevolles Lächeln zu. Oh ja, es war wirklich ein traumhaftes Lächeln. Womöglich hätte ich mehr auf seine Worte als auf sein Lächeln achten sollen. Nun ja das hatte ich nicht getan und mir war damals nicht klar was er damit meinte und wie viel dieser Satz zu bedeuten hatte. Nach dem Frühstück zog Chris seine Verwöhnnummer weiter durch. Und er hatte Erfolg. Er war so lieb und alles was er tat war einfach süß, wer sollte da widerstehen. Es gab einen Waldspaziergang, wir schauten uns einige DVD's an und am Ende landeten wir, wie sollte es anders sein, im Bett. Im Großen und Ganzen, war es also ein schöner Tag, wobei sich natürlich keine Gelegenheit bat meine Fragen zu stellen. Kein Alles-Klärendes Gespräch, keine Antworten. Ich schaute zur anderen Bettseite. Chris schlief tief und fest. Seine Augen zuckten ein wenig, was mir zeigte, dass er wohl etwas zu träumen schien und sein Mund stand so weit offen, dass eine Vogelspinne problemlos reinkrabbeln konnte. ,, Ihhh“, machte ich allerdings im Flüsterton und verzog angewidert das Gesicht. Was für eine Vorstellung. Von unten hörte ich wie die Tür aufgemacht wurde und setzte mich schlagartig auf. ,, Verdammt“, murmelte ich und stieg über Chris hinüber aus dem Bett. Das waren sicher Birgit und Kati und es wäre nicht sonderlich prickelnd wenn sie uns so vorfinden würden. Also holte ich meine Sachen und zog mich zügig an. Obwohl ich alles andere als leise war schlief Chris immer noch tief und fest. ,, Chris!“, sagte ich.,, Wach auf! Der Nachmittagsschlaf ist vorbei!“ Langsam öffnete er seine Augen und sah sich verwirrt um. ,, Hundekuchen!“, rief er und setzte sich erschrocken auf. ,, Hä?“, machte ich schmunzelnd. ,, Keine Ahnung“, entgegnete er und rieb sich anschließend die Augen.,, Ich habe von Hundekuchen geträumt.“ ,, Toll“, sagte ich nur und warf ihm seine Sachen zu.,, Kati und deine Mutter sind da, also zieh dich an.“ ,, Ach die kommen hier eh nicht rein. Seit dem Vorfall sicher nicht“, meinte Chris entspannt und ließ sich wieder aufs Bett fallen. ,, Wenn du meinst“, kam es giftig von mir. Ich kramte meine Haarbürste und mein Shampoo aus der Tasche und verließ das Zimmer. Es wurde mal wieder Zeit für eine schöne Dusche, da ich seit ich hier war noch kein einigstes mal geduscht hatte, was für meine Verhältnisse nicht mehr normal war. Zu Hause duschte ich schließlich jeden Tag. Also ließ ich mir richtig Zeit und zog eine richtige Beauty-Kur durch. Mit einer schönen Dusche, einer extra Pflege für meine Haare und einer Maske für mein Gesicht. Danach fühlte ich mich einfach nur super. Frisch und frei, naja einfach super. ,, Das war eine Stunde“, sagte Chris geschockt als ich heraus kam.,, Schönheit braucht nunmal seine Zeit“, sagte ich und merkte erst danach wie eingebildet und arrogant das geklungen hat. ,, Mum ist schon sauer, weil wir nicht zum Essen kommen“, sagte Chris gereizt.,, Na und? Deine Mutter ist immer sauer“, brummte ich. ,, Komm jetzt“, Chris griff nach meiner Hand und zerrte mich die Treppe herunter. ,, Da seit ihr ja“, sagte Birgit mit ernster Miene und setzte sich an den Tisch.,, Wir haben auf euch gewartet.“ ,, Tut mir leid“, entschuldigte sich Chris und wir setzten uns ebenfalls. Dieser war natürlich, wie sollte es anders sein, wunderschön gedeckt und auch das Essen wirkte lecker. Nun ja, es wirkte nur so. ,, Wie spät ist es eigentlich?“, fragte ich nach einer Weile.,, Gleich acht“, sagte Birgit ohne von ihrem Teller aufzusehen. Wow, wie schnell die Zeit verging. Mir kam es so vor als wäre es erst zehn. Ein ungewöhnliches Schweigen machte sich breit. Keiner sagte etwas, man hörte nur das Besteck und unser Kauen. Doch dann wurde dieses Schweigen gebrochen. Ungewohnterweise hatte Kati etwas zu sagen. ,, Chrihiiis?“, setzte sie an und blickte von ihrem Teller auf.,, Wo warst du gestern als ich meinen Auftritt hatte?“ Ich blickte zu Chris. Seine Augen blitzten vor Aufregung und ich hörte wie er tief einatmete. ,, Na sag schon“, sagte ich im Stillen und wartete gespannt auf seine Antwort.