Art Fag
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Hektisch wandt' ich mich unter seinem Griff, versuchte mich wegzureißen, doch vergebens. Er packte mit der anderen Hand meinen Arm und zog mich mit. Ich versuchte zu schreien, doch jeder dumpfe Ton wurde von der Hand des Unbekannten aufgehalten. Nach einem kurzen Marsch ließ er von mir ab und warf mich zu Boden. Ein stechender Schmerz durchfuhr meinen ganzen Körper.,, Bitte“, winselte ich verzweifelt als er wieder näher kam und sich vor mir aufbaute. Er griff grob nach meinem Oberarm und zog mich hoch.,, Kein Ton, sonst bring ich dich um“, sagte er trocken und drückte mich an die Wand. Mir lief ein kalter Schauer über den Rücken als er seine Hand von meinem Mund nahm und zu seiner Hose überging, die er öffnete. Nein. Soweit durfte es nicht kommen. Trotz der Drohung schrie ich, so laut wie ich es in diesem Moment nur konnte. ,, Halt die Fresse!“, zischte der Junge und schlug mir heftig in den Bauch. Geschwächt sackte ich zusammen.,, Steh auf“, befahl er und zog mich wieder hoch. Er hielt mir wieder eine Hand vor den Mund und machte sich diesmal an meiner Hose zu schaffen. Mich durchfuhr eine stechende Angst als er mich noch stärker an die Wand drückte und meine Hände fest zusammenpresste, sodass ich sie nicht bewegen konnte. Ich kniff die Augen zusammen. Spürte wie langsam die Tränen in meine Augen schossen, wie die Angst immer größer und größer wurde. Ich hörte die fröhliche Musik vom Fest und das undeutsame Reden der Leute. Gleich würde er es tun. Er würde in mich eindringen, gegen meinen Willen. Ich spürte hektische Bewegungen und ein ebenso hektisches Atmen nah an meinem Ohr. ,, Nein“, dachte ich verzweifelt. Doch was sollte ich tun? Sein Griff war stark, ich konnte ihn unmöglich überwältigen. Ich kniff die Augen noch fester zusammen und erwartete einen starken durchdringenden Schmerz, doch es geschah nichts. Gar nichts. Ich bekam einen leichten Luftzug ab, was nur heißen konnte, dass er weggerannt war. Ängstlich öffnete ich meine Augen. Heute war es nicht besonders sonnig aber es war wahrscheinlich eher die Angst, die mich blendete. Oh ja, es war die Angst. Ich spürte sie in meinem ganzen Körper. Sie ließ mich erschaudern, meine Hände zittern, meine Tränen laufen. Es war schrecklich. Ich klappte regelrecht zusammen und landete ungemütlich auf dem Boden. Wer war das? Warum wollte er mir nur so etwas antun? Wieso hatte ich nur sowas verdient? Ich spürte jede einzelne Träne mein Gesicht herunterkullern. Sie machten sich selbstsändig, tropften mein Kinn herunter und landeten schließlich auf dem Boden. Ich rappelte mich langsam auf und wischte mir die Tränen aus dem Gesicht. Erst jetzt bemerkte ich wo ich überhaupt war. Eine dreckige, dunkle Gasse zwischen zwei anscheinend verlassenen Häusern. Ich hasste diesen Ort. Kann man mir das verübeln? Fast schon fluchtartig lief ich heraus und schnappte nach Luft. Gut, in der Gasse gab es auch welche aber keine frische. Ich sog sie regelrecht ein, was sicher mehr als merkwürdig aussah aber was solls. Ich realisierte was gerade passiert war. Was er mit mir gemacht hätte wenn ... Naja wegen was eigentlich? Ich wusste nicht weswegen er weggerannt war. Doch was hatte das schon zu bedeuten. Es war nicht zum Äußersten gekommen, also warum machte ich mich deswegen verrückt? Ich schaute an mir herunter. Oh mein Gott. Meine Hose saß total komisch und wie mein Gesicht aussah mit der ganzen verschmierten Schminke wollte ich gar nicht wissen. Ich drängelte mich durch die Menge, die anscheinend festgestellt hatte, dass es langweilig war kleinen Mädchen beim Ballet zuzuschauen und durch die einzelnen Stände schlenderten. Natürlich im Schneckentempo. Schließlich schaffte ich es doch mich durchzukämpfen und landete am Ende des Marktes. Hier war es sehr still, was mich sehr beunruhigte. Vielleicht war er hier... Dann passierte das wovor ich im Moment die größte Angst hatte. Schritte. Doch der Schock blieb aus. Noch bevor ich mir irgendwelche Verschwörungstheorien ausdenken konnte blickte ich in zwei dunkelbraune Augen. ,, Hey“, Bill lächelte mich freundlich an. ,, Bill!“, brachte ich mit schwacher Stimme heraus. ,, Alles okay?“, sagte Bill mit gerunzelter Stirn und kam etwas näher. ,, Ich- ehm- muss gehen“, stammelte ich ohne Bill anzusehen und ging an ihm vorbei. Eine Träne kullerte meine Wange herunter, daraufhin eine weitere und noch eine. Ich wusste nicht wieso aber es kam alles wieder hoch. Dann passierte es. Der Damm brach, die Tränen liefen und ich konnte es nicht verhindern. Meine Beine wurden immer schwerer, begannen zu zittern, bis ich schließlich zusammensackte und auf dem Boden kniete. ,, Natascha?“, hörte ich Bill sagen und spürte kurz darauf seine Hand auf meiner Schulter. ,, Was ist mit dir?“ Er setzte sich ebenfalls hin und legte einen Arm um mich. Ich wollte, doch konnte nichts sagen. Spürte nur die Tränen und die Angst. ,, Bill“, brachte ich schließlich schluchzend heraus. ,, Ich- ich kann nicht mehr!“, heulte ich hysterisch und ließ meinen Kopf auf Bills Brust sinken. ,, Was ist passiet?“, fragte Bill ruhig und fuhr leicht über meinen Kopf. ,, Wieso hat er das getan? Was hatte er für einen Grund? Warum gerade ich?“, schluchzte ich kaum verständlich. ,, Pssst. Beruhig dich. Alles wird gut“, Bill umschlang meinen Kopf mit seinem Armen und gab mir einen leichten, tröstenden Kuss darauf. Ich wusste nicht wie lange wir so dasaßen. Ich in Bills Armen, auf dem kalten Boden. Es war so lieb von ihm. Obwohl wir uns erst einige Tage kannten tröstete er mich. Doch eins machte mich stutzig, wieso war er es, der mich tröstete. Wieso nicht mein Freund? Wieso nicht Chris? ,, Geht's wieder?“, fragte Bill schließlich. Ich schaute zu ihm auf und bemerkte erst jetzt, dass er einen glasigen, traurigen Blick hatte. Ging ihm die Sache so nahe? ,, Ja. Danke“, flüsterte ich. Bill hob meinen Kopf und setzte mich aufrecht hin. Anschließend stand er auf und reichte mir seine Hand. ,, Komm wir gehen woanders hin und du erzählst mir alles“, sagte er und lächelte. Woanders? Was er wohl damit meinte. ,, Okay“, murmelte ich und griff nach seiner Hand. Sie war warm und ich ließ sie gar nicht erst los. Erst als wir wieder bei dem Fest waren fiel mir auf, dass wir doch tatsächlich Hand in Hand liefen. Schlagartig ließ ich von ihm ab und schaute zur Seite um ja auch keine komischen Blicke von ihm zu ernten. ,, Wo gehen wir hin?“, fragte ich schließlich als wir durch die Menge liefen. ,, Zu mir. Da ist es ruhiger“, antwortete Bill. Zu ihm? Zu ihm? Zu ihm? Oh ja das klang mehr als seltsam. Aber womöglich hatte er keine Hintergedanken, wir kannten uns noch nicht lange aber sowas traute ich ihm nicht zu. ,, Okay“, entgegnete ich lächelnd. Tapfer drängelten wir uns durch den Strom und kamen heil am anderen Ende wieder heraus. Eigenlich hätten wir auch aussenrum laufen können aber das war mir erst auf halbem Wege aufgefallen. Wir liefen auf eine Straßenkreuzung zu. Bill drückte auf den mit Farbe besprühten Knopf und wir warteten brav auf das grüne Männchen um über die Straße gehen zu können. Mich traf fast der Schlag als ich plötzlich ein bekanntes Gesicht von Weitem erkennen konnte. Das gleiche Gesicht, das gleiche bösartige Lachen. Ja er war es. Der Junge, der mich angegriffen hatte. Der Junge, der mich vergewaltigen wollte. Er war noch auf dem Fest und stand an einem Tisch. Bei ihm waren noch vier andere Jungs. Mein Blick wanderte durch die Gesichter der vier und blieb bei dem letzten hängen. Ohne das ich es bemerkte klappte mir der Mund auf und ich spürte ein unbehagliches Gefühl in mir aufsteigen. In diesem Moment war dies wohl der Schock meines Lebens.