Art Fag
Gratis bloggen bei
myblog.de

 


Prolog

Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten und alle um mich herum schienen wunschlos glücklich zu sein. Mir ging es da nicht anders. Ich freute mich nach den ersten zwei langweiligen Wochen Ferien zu Chris nach Magdeburg zu fahren. Es war immer noch seltsam ihn nicht jeden Tag zu sehen aber möglicherweise tat gerade Das unserer Beziehung gut. So wurde jedenfalls mir bewusst wie viel er mir bedeutete und wie sehr ich ihn doch liebte. Um so mehr konnte ich es nicht erwarten ihn nach zwei Monaten endlich wieder zu sehen. Euphorisch packte meine Koffer schon eine Woche vorher und suchte mir die Sachen heraus, die ich am Tag der Abreise anziehen wollte. Jetzt war es soweit. Zum ersten mal würde ich Chris in Magdeburg besuchen. Das dieser Besuch alles verändern würde, wusste ich noch nicht.

Kapitel 1

,, Hast du alles?“, fragte Mum wie immer viel zu überfürsorglich.,, Jaha“, entgegnete ich genervt. ,, Ich will doch nur, dass du nichts vergisst.“,, Wenn du mich dauernd frägst hilft das auch nichts.“ ,, Ach Natascha!“ Ich bemerkte wie Mum wieder glasige Augen hatte und damit kämpfte die Tränen zurückzuhalten.,, Ich bin doch nur für 3 Wochen weg“, sagte ich und legte Mum eine Hand tröstend auf die Schulter.,, Du musst nicht gleich so gefühlsduselig werden.“ Beleidigt machte sie einen Schritt zur Seite, sodass meine Hand von ihrer Schulter wich.,, Sag mir wenn du fertig bist“, sagte sie nur noch und verließ anschließend mein Zimmer. Verständnislos verdrehte ich die Augen. Wieso war sie nur immer so dramatisch? Drei Wochen sind im Gegensatz zu zwei Monaten gar nichts. Was solls, Mütter eben. Missmutig machte ich mich daran meinen Koffer durchzuschauen ob ich auch wirklich nichts vergessen hatte. Und wer hätte es gedacht, Mum behielt tatsächlich recht. Schnell stopfte ich das zufuhr vergessene Shampoo rein und machte den Koffer anschließend wieder zu. Das zweitwichtigste war nun erledigt, jetzt folgte das meiner Meinung nach wichtigste. Ich stellte mich vor meinen großen Schrankspiegel und betrachtete mich kritisch darin. Mit dem Rock, sowie auch mit dem Top war ich zufrieden, nur meine langweilig herunterhängenden Haare störten mich. Sie hatten eindeutig einen neuen Schnitt verdient. Außerdem ging mir das triste braun langsam auf den Geist. Es musste etwas peppigeres her. Kein rot oder grün, dass war natürlich für meine Verhältnisse zu übertrieben aber gegen schwarz hatte ich überhaupt nichts. Zwar würde das nur wenig Unterschied machen, da meine Haare eh ziemlich dunkel waren aber Leuten, die mich kannten würde das sofort ins Auge stechen. Mit dem festen Entschluss dem Friseur bald mal wieder einen besuch abzustatten schnappte ich mir meinen doch ganz schön schweren Koffer und quälte mich die Treppe runter. ,, Was tust du denn da?!“, fragte Mum am anderen Ende der Treppe und schaute mich geschockt an. ,, Nach was sieht es denn aus? Ich versuche den scheiß Koffer hier nach unten zu tragen!“, zischte ich und pustete mir anschließend eine Haarsträhne aus dem Gesicht. ,, Ich helfe dir“, rief Mum übereifrig und kam die Treppe hochgerannt. Sie zog mir den Koffer aus den Händen und schaffte es ihn mit Leichtigkeit bis nach unten zu tragen. ,, Wie machst du das?“, fragte ich verblüfft während ich am Treppengelände herunterrutschte. ,, Alles Muskelkraft“, entgegnete Mum lachend.,, Ja klar. Meine Mutter, die Bodybuilderin.“ Mum stupste mich leicht in Seite und entlockte ein erschrockenes Quieken.,, Das kitzelt!“, schrie ich.,, Das kommt davon“, sagte sie und streckte mir die Zunge raus. Ach ich würde sie echt vermissen. Obwohl sie doch sehr, wie soll ich sagen, hmm naja mütterlich war und mich manchmal wie ein kleines fünfjähriges Kind behandelte liebte ich sie sehr und fragte mich langsam wie ich drei Wochen ohne sie auskommen sollte. ,, Es ist schon nach zehn“, sagte ich nach einem kurzen Blick auf meine neue Armbanduhr, die mir Dad einen Tag vorher geschenkt hatte.,, Ich kann dich ja zum bahnhof begleiten“, schlug Mum vor.,, Aber nur wenn du willst“, fügte sie hinzu als ich eine gequälte Miene aufsetzte. ,, Ne, ne ich schaff das schon alleine“, entgegnete ich und zwang mich zu einem Lächeln. Und schon wieder drücke Mum auf die Tränendrüse und ich beobachtete wie sich immer mehr Tränen selbstständig machten und ihr Gesicht hinunterkullerten.,, Oh Mama du alte Dramaqueen“, sagte ich lachend und versuchte nicht allzu weinerlich zu klingen.,, Pass auf dich auf“, heulte Mum und umarmte mich herzlich. Nach geschlagenen zwei Minuten ließ sie mich tatsächlich los und ich eilte samt meinem schweren Koffer zum Bahnhof. Es war 10.06Uhr und der Zug müsste in vier Minuten kommen. Zum Glück lag der Bahnhof nur einige Meter von unserem Haus, sodass ich den Zug noch in letzter Minute kriegte. Erschöpft ließ ich mich auf meinen Platz sinken und war froh das eine nette Geschäftsfrau und nicht irgend so ein Säufer neben mir saß. Die Zugfahrt war recht entspannt. Ich kramte meinen Mp3Player aus der Seitentasche meines Koffers heraus und hörte Musik. Da ich in der Luxusklasse fuhr gab es Essen vom Feinsten was mir allerdings nicht besonders schmeckte und ich auf meine mitgebrachten Gummibärchen umstieg. Nach einer fast dreistündigen Fahrt kam ich endlich am Hauptbahnhof in Magdeburg an und stieg eilig aus. Auch hier war es sehr warm, was mich sehr freute. ,, Natascha!“, hörte ich eine Stimme hinter mir rufen und drehte mich wie von der Tarantel gestochen um. Chris kam auf mich zugerannt und wir lagen und nur einige Sekunden später umarmten wir uns. ,, Wie war die Fahrt?“, fragte er als ich mich nach fünf Minuten aus der Umarmung löste. ,, Ganz okay. Ich habe eigentlich die ganze Zeit nur Musik gehört.“ ,, So so“, entgegnete Chris grinsend und drückte mir einen Kuss auf den Mund.,, Ich liebe dich“, flüsterte ich und sah ihm tief in seine blauen Augen.,, Ich liebe dich auch“, entgegnete er und wir küssten uns nochmals. Chris schnappte sich meinen Koffer und wir liefen Arm in Arm den Bahnsteg entlang.,, Was hast du für heute geplant?“, fragte ich.,, Wie wärs mit Kino?“, Chris sah mich erwartungsvoll an. ,, Kommt auf den Film an. Was läuft denn so?“,, Das werden wir dann sehen. Ich habe kein Plan.“ Chris grinste mich frech an und ich streckte ich die Zunge raus.,, Blödmann“, murmelte ich witzelnd.,, Was?“,, Ach nichts?“ Ich grinste. Nach etwa zehn Minuten kamen wir endlich an Chris' Haus an und er stellte den Koffer erschöpft ab.,, Du hättest ihn auch rollen können. Da sind extra Räder dran“, bemerkte ich.,, Das sagst du mir erst jetzt?“, fragte er sichtlich bestürzt.,, Ich dachte ich sag einfach mal nichts.“ Ich sah wie ein gequältes Lächeln über Chris Gesicht huschte und entschuldigte mich mit einem kurzem und zugegebenermaßen unüberzeugtem „Sorry“. Chris griff in seine Hosentasche und holte einen Schlüssel heraus mit dem er dann auch die Tür aufschloss. Ich war überrascht als ich den schicken Flur sah und als mir das Wohnzimmer ins Auge viel war ich völlig von den Socken.,, Wow!“, machte ich beim Betreten jedes einzelnen Raumes, sogar der Abstellkammer. ,, Schön habt ihr hier“, sagte ich fröhlich.,, Danke, ich habe sogar mitgeholfen“, Chris grinste mich stolz an. ,, Wo sind eigentlich deine Eltern und deine Schwester?“, fragte ich ohne auf Chris' Versuch lustig zu sein einzugehen.,, Die müssten bald kommen. Sind glaub bei Bekannten“, antwortete Chris. ,, Achso. Ich freue mich Kati wiederzusehen. Sie ist so süß!“,, Süß?!“, Chris sah mich mit hochgezogenen Augenbrauen an.,, Das ist ein kleines Biest!“,, Zu mir ist sie nett.“,, Nur weil Mum immer sagt, dass man zum Besuch nett sein soll. Sonst würde sie dich auch so terrorisieren wie sie es bei mir tut.“,, Ist doch egal. Sie ist nett und fertig!“, entgegnete ich frech und konnte mir ein anschließendes Grinsen nicht verkneifen. Chris setzte sich auf sein Bett und machte mir mit dem Klopfen neben nich deutlich, dass ich mich neben ihn setzen sollte, was ich natürlich auch sofort tat. ,, Also warten wir bis die alle kommen oder gehen wir gleich ins Kino?“, fragte er und legte einen Arm um mich.,, Warten!“, quietschte ich fröhlich. Chris grinste mich erfreut an und drückte mir einen zarten Kuss auf den Mund. Dabei blieb es jedoch nicht. Er umfasste meine Taille, sodass er mich mit Leichtigkeit hinlegen konnte und küsste mich noch einmal. Diesmal war der Kuss jedoch länger und intensiver. Er bat um Einlass, den ich ihm natürlich auf der Stelle gewährte und erforschte neugierig meinen Mund. Wie in Trance tat ich es ihm gleich und bekam was um uns geschah nur wage mit. Wobei ich verpasste, wie Kati und kurz darauf ihre Mutter Birgit das Zimmer betraten. Es musste wohl doch ein sehr merkwürdiges Bild gewesen sein. Ich und Chris, aufeinanderliegend. Für eine fünfjährige vielleicht zu „hart“. Dementsprechend starrten uns die beiden geschockt an. Chris' Mutter gab einige Male ein gequältes Grunsen und Räuspern von sich was wir beide jedoch erst nach ungefähr einer Minute merkten. ,, Mum!“, krächzte Chris und wandt sich sofort von mir.,, Hallo. Wir sind wieder da“, sagte diese nur.,, Und hallo Natascha.“,, Hi“, murmelte ich verlegen und versuchte zu verbergen wie peinlich mir die Situation war. Eine ungehagliche Stille machte sich breit. Ich erntete vorwurfsvolle Blicke von Chris' Mum und verzweifelte von Chris selbst. Kati sah mich sogar fast schon angeekelt an und versteckte sich ängstlich hinter ihrer Mutter. Man kann es auch übertreiben oder? ,, Wo ist Dad?“, fragte Chris schließlich und brach das Schweigen. ,, Unten“, antwortete Birgit. Sie nahm Kati an die Hand und verließ das Zimmer. Erleichtert atmete ich auf.,, Oh Man. Das war mal was“, sagte ich mit gefalteter Stirn. ,, Die wird mich noch drei Jahre mit dem Scheiß nerven“, murmelte Chris verärgert und stand auf. ,, Ach komm sowas kann passieren.“,, Sollte es aber nicht“, fuhr Chris mich an. Seine blauen Augen funkelten vor Wut, was mich mehr als beunruhigte. Mein Gott, seine Schwester und seine Mutter hatten uns beim Rummachen erwischt kein Grund gleich auszuflippen. ,, Schon gut“, sagte ich nur stand ebenfalls auf.,, Gehen wir jetzt ins Kino?“, Ich stellte mich hinter Chris und umschlang ihn.,, Jetzt sind sie ja da“, fügte ich grinsend hinzu. ,, Meinetwegen“, sagte Chris diesmal etwas freundlicher und umfasste meine Hände.,, Ich liebe dich“, flüsterte ich ihm ins Ohr. Etwas überrascht sowie auch verärgert darüber, dass ich doch tatsächlich keine Antwort bekam löste ich mich und wich einen Schritt zurück. Chris ging zu seinem Schreibtisch und zückte nach längerem Rumkrusteln einen Geldbeutel hervor. ,, Wir können gehen!“; sagte er grinsend und ich folgte ihm die Treppe runter. Promt trafen wir natürlich auf Birgit, die uns nacheinander einen grimmigen Blick zuwarf. ,, Wir gehen ins Kino“, sagte ich fröhlich und ich musste zugeben es klang ein Stück weit provozierend. Nach einem weiteren bösartigem Blick ging sie schweigen an uns vorbei. Sie erinnerte mich an meine Deutschlehrerin. Total eingebildet und arrogant. Ätzend! Ein Glück das Chris ihr charakterisch nicht gleichte. Vom Äußerlichen waren sie sich jedoch ziemlich ähnlich. Chris hatte diesselben Augen wie sie. Seine Nase ähnelte auch der seiner Mutter sowie sein Lächeln. Durch meine doch ganz schön bizarre Feststellung abgeschreckt musterte ich Chris kritisch und mir fiel auf, dass sein Geschmack was Klammotten anging nicht dem seiner Mutter gleichte. Was für ein Glück! Birgit war in diesen Dingen doch sehr, naja wie soll ich sagen, mittelalterlich eingestellt. Aber wer weiß, morgen ist das vielleicht total in. Ich kramte meine Handtasche, sowie Vans aus dem Koffer und wir verließen Hand in Hand das Haus. Ohja ich freute mich auf einen schönen Kinotag mit meinem Freund. Wenn ich da denn schon wüsste was mich erwartete ...